Stellungnahme zu der Session 'Neues Publizieren'
Eine Einordnung der Atoms-&-Bits-Diskussion über Verlage und digitales Publizieren.
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Wer sich öffentlich mit einem kontroversen Thema beschäftigt, muss damit rechnen, verkürzt zitiert zu werden. Genau das ist mir nach der Session Neues Publizieren passiert. Diese Stellungnahme ergänzt den Kontext, der in der Atoms-&-Bits-Zusammenfassung aus meiner Sicht fehlte.
Worum ging es in der Session Neues Publizieren?
Durch meine Arbeit für PaperC beschäftigte mich die Zukunft des Publizierens schon länger. Ich besuchte das Atoms & Bits Camp, um Menschen kennenzulernen und neue Themen zu entdecken. Dass ich dort selbst eine Session anbot, ergab sich eher zufällig.1
Ich fragte die Anwesenden, ob Interesse an einer Diskussionsrunde zum Neuen Publizieren bestand. Acht Personen nahmen schließlich teil. Nach einer kurzen Vorstellung von PaperC entwickelte sich eine offene Diskussion.
Der rote Faden hielt nicht durchgehend, was bei einem so breiten Thema kaum überrascht. Trotzdem war ich für die Beiträge der Teilnehmer und ihr anschließendes Feedback dankbar.
Wie ich das Thema verstand
Neues Publizieren war ein diffuser Titel für ein noch komplexeres Thema. Meine stichwortartige Vorbereitung zeigt, wie viele Fragen darin zusammenliefen.
Meine damalige Kernthese lautete: Das Internet kann dazu beitragen, bestehende Probleme der Verlagsbranche zu lösen.
Was an der Zusammenfassung missverständlich war2
Isoliert gelesen konnten meine Aussagen so wirken, als wünschte ich mir das bedingungslose Ende aller Verlage. Das entsprach nicht meiner Position.
Ich erwartete vielmehr eine Parallelität verschiedener Modelle. Verlage würden weiterhin in vielen Bereichen bestehen, müssten sich aber verändern und die Möglichkeiten des Internets ernst nehmen. Darauf zielte das Bild von den Dinosauriern: Nicht Verlage an sich sterben aus, sondern Organisationen, die sich einer veränderten Umwelt nicht anpassen.
Daneben sah ich Raum für selbstorganisierte Autoren, die einzelne Aufgaben wie Qualitätssicherung, Layout, Druck und digitale Aufbereitung an spezialisierte Dienstleister oder Freelancer vergeben. Dieses Modell benötigt jedoch eine funktionierende und nachvollziehbare Qualitätssicherung.
Verlage verfügen gerade in der Auswahl und Qualitätssicherung über wichtige Erfahrung. Deshalb werden sie für das Publizieren relevant bleiben, auch wenn sich ihre Form und ihr Aufgabenbereich verändern.
Zusammenarbeit und weiterer Wandel
Ich bin den Verlagen dankbar, die mit PaperC zusammenarbeiteten. Der gemeinsame Weg war ein wichtiger Schritt zur Modernisierung des Publizierens.
Er war jedoch nicht das Ende der Entwicklung. Das Internet bot Verlagen, Autoren und neuen Dienstleistern weitere, damals noch unentdeckte Möglichkeiten. PaperC wollte an diesen Möglichkeiten aktiv forschen, arbeiten und mitentwickeln.
Fragen, Kritik und Diskussion
Ich freue mich weiterhin über sachliche Kritik, Ergänzungen und Diskussionen zu diesem Thema.
Referenzen
1 Was ist eigentlich ein Bar Camp? Wie sieht eine solche Veranstaltung aus? Wikipedia Artikel über das Bar Camp Format
2 Blogeintrag auf blogpiloten.de: Publizieren: Warten, bis Dinosaurier aussterben